UV-Schutz beim Outdoor-Sport im Sommer
Sicher am Berg & im Wasser: Erfahre alles über effektiven Sonnenschutz durch UV-Kleidung und die richtige Sonnencreme. Wir erklären LSF, UPF und geben Profi-Tipps für dein nächstes Outdoor-Abenteuer.
Die Sonne hebt die Stimmung, kurbelt die Vitamin-D-Produktion an und gehört zum Outdoor-Sport einfach dazu. Doch Vorsicht: Besonders in den Bergen oder am Wasser unterschätzen wir oft die Kraft der Strahlung. Ein effektiver Sonnenschutz ist hier kein „Kann“, sondern ein „Muss“. Ob UV-Schutzkleidung, die richtige Sonnencreme oder das Wissen um den LSF – wir zeigen dir, wie du deine Haut gesund hältst.
Warum Sonnenschutz? Was UV-Strahlung mit unserer Haut macht
Bevor wir uns die Ausrüstung anschauen, klären wir das „Warum“. Sonnenlicht besteht unter anderem aus UVA- und UVB-Strahlen:
- UVB-Strahlen: Sie dringen in die Oberhaut ein und sind die Hauptverursacher für Sonnenbrand. Sie schädigen die DNA direkt und erhöhen das Hautkrebsrisiko massiv.
- UVA-Strahlen: Sie dringen tiefer in die Haut ein. Sie sind verantwortlich für vorzeitige Hautalterung (Faltenbildung) und „Sonnenallergien“.
Wichtig für Sportler: Schnee, Wasser und heller Sand reflektieren die Strahlung und verstärken sie um bis zu 80 %. Zudem nimmt die UV-Intensität pro 1.000 Höhenmeter um etwa 10 bis 12 % zu. Wer also auf 3.000 Metern wandert, ist einer deutlich aggressiveren Strahlung ausgesetzt als im Tal.
LSF & UPF: Den Zahlencode knacken
Um den Schutz zu messen, gibt es zwei wichtige Abkürzungen:
1. LSF (Lichtschutzfaktor) – Für die Creme
Der LSF gibt an, wie viel länger du dich mit Creme in der Sonne aufhalten kannst, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, im Vergleich zur Eigenschutzzeit deiner Haut.
- Eigenschutzzeit: Bei sehr heller Haut liegt diese oft bei nur 5–10 Minuten.
- Rechnung: 10 Minuten Eigenschutz * LSF30 = 300 Minuten Schutz
- Realitätscheck: Da wir oft zu wenig Creme auftragen oder durch Schwitzen Schutz verlieren, sollte man die Zeit nie voll ausreizen.
2. UPF (Ultraviolet Protection Factor) – Für die Kleidung
Textilien nutzen den UPF-Wert. Ein normales weißes T-Shirt aus Baumwolle hat oft nur einen UPF von 5 bis 10. Spezielle UV-Kleidung bietet meist UPF 50+. Das bedeutet, dass weniger als 2 % der Strahlen durch das Gewebe dringen.
Experten-Tipp: Achte beim Kauf von Kleidung auf den UV-Standard 801. Dieser testet das Material auch im nassen, gedehnten und gebrauchten Zustand – das ist weitaus realistischer für Sportler.
Die Qual der Wahl: Welche Sonnencreme für wen?
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme. Man unterscheidet zwei Wirkprinzipien:
- Chemische Filter: Diese ziehen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlen in Wärme um. Sie fetten meist weniger und hinterlassen keinen weißen Film – ideal für schweißtreibende Aufstiege. Sie benötigen jedoch ca. 20–30 Minuten Vorlaufzeit.
- Mineralische (physikalische) Filter: Sie wirken wie kleine Spiegel auf der Haut (meist Zinkoxid oder Titandioxid) und reflektieren das Licht. Sie wirken sofort nach dem Auftragen und sind ideal für Allergiker und Kleinkinder, da sie nicht in die Haut eindringen.
Welchen LSF brauche ich?
Im Gebirge oder am Wasser ist LSF 50 der Goldstandard. Für den Alltag im Flachland reicht oft LSF 30. Wichtig: „Wasserfest“ bedeutet nicht „unendlich haltbar“. Nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen unbedingt nachcremen!
SCHÜTZENDE KOPFBEDECKUNG
Welche UV-Schutzkleidung gibt es?
Von Shirts über Hosen bis hin zu Kappen und Badeanzügen: UV-Schutz gibt's für fast jeden Outdoor-Sport.
Für den Alltag & Bergsport:
- langärmlige Hemden und Blusen mit UPF 40+ oder UPF 50+
- Zip-off-Hosen für wechselnde Temperaturen
- leichte Multifunktionstücher für Hals und Nacken
Für den Wassersport:
- Lycra-UV-Shirts zum Schwimmen, Schnorcheln oder Stand-up-Paddeln
- Neoprenanzüge mit UV-Schutz
- UV-Badeanzüge und Badehosen aus schnelltrocknendem Material
Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf auf zertifizierte Materialien und eine gute Passform. Zu enge Kleidung dehnt sich beispielsweise aus, was die Schutzwirkung verringern kann.
Schützt UV-Kleidung auch im Wasser?
Ja – aber nur in Maßen. UV-Shirts für den Wassersport schützen auch beim Schwimmen oder Schnorcheln zuverlässig, verlieren durch Nässe und Dehnung aber an Wirkung. Deshalb:
- Ergänzen Sie den Schutz durch wasserfeste Sonnencreme, vor allem im Gesicht und Nacken sowie an Händen und Beinen.
- Verlassen Sie sich nicht allein auf Badebekleidung. Ein UV-Shirt mit UPF 50+ bietet beispielsweise zusätzlichen Schutz – ideal an der Wasseroberfläche, wo die Strahlung am intensivsten ist.
- Setzen Sie auf hochwertige Marken wie Quiksilver, O'Neill, Billabong oder Roxy. Diese bieten geprüften UV-Schutz für jedes Abenteuer am und im Wasser.
Profi-Tipps für den Bergsommer
- Die 2-Finger-Regel: Für das Gesicht benötigst du zwei volle Linien Sonnencreme auf Zeige- und Mittelfinger, um den angegebenen LSF wirklich zu erreichen.
- Schattenparker: Meide die pralle Mittagssonne zwischen 11:00 und 15:00 Uhr. Plane deine Touren so, dass du dann bereits auf der Hütte oder im schattigen Wald bist.
- Lippen nicht vergessen: Die Haut der Lippen hat kaum Eigenschutz. Nutze spezielle Pflegestifte mit LSF 50.
- Ausrüstung pflegen: Wasche UV-Kleidung mit Feinwaschmittel und vermeide Weichspüler, um die Faserdichte und Elastizität nicht zu zerstören.
Fazit: Die Kombination macht's!
Der beste Schutz ist ein Team-Effekt: Nutze UV-Kleidung für den Rumpf und die Beine und ergänze Sonnencreme mit hohem LSF für Gesicht, Handrücken und alle Stellen, die aus der Kleidung herausragen. So genießt du dein Abenteuer in der Natur, ohne später einen schmerzhaften Preis dafür zu zahlen.
FAQ: Alles, was du über Sonnenschutz wissen musst
Reicht Schatten als Sonnenschutz aus?
Schatten reduziert die direkte UV-Strahlung deutlich, bietet aber keinen 100-prozentigen Schutz. Durch Reflexion (an Sand, Wasser oder hellen Wänden) und Streulicht in der Atmosphäre gelangen immer noch bis zu 50 % der UV-Strahlen unter den Sonnenschirm oder den Baum. Auch im Schatten ist Sonnencreme oder UV-Kleidung also ratsam.
Kann ich die Schutzzeit durch mehrmaliges Nachcremen verlängern?
Nein. Nachcremen dient dazu, den bestehenden Schutz aufrechterhalten (z. B. nach dem Schwimmen oder Schwitzen), aber es addiert oder verlängert die maximale Schutzzeit des gewählten LSF nicht. Wenn deine Hautkapazität für den Tag erschöpft ist, hilft nur noch: Raus aus der Sonne!
Bekomme ich trotz LSF 50 noch eine Bräune?
Ja, aber langsamer und schonender. Kein Sonnenschutzmittel blockiert UV-Strahlen zu 100 %. Eine langsame Bräunung ist zudem deutlich nachhaltiger und gesünder für die Haut als ein schneller Sonnenbrand, der die Haut schält.
Hat Sonnencreme ein Verfallsdatum?
Ja. Die meisten Sonnencremes halten nach dem Öffnen etwa 12 Monate (achte auf das Symbol der geöffneten Cremedose auf der Packung). Mit der Zeit zersetzen sich die UV-Filter, und der Schutz ist nicht mehr garantiert. Wenn die Creme komisch riecht oder sich die Konsistenz (Öl setzt sich ab) verändert hat: weg damit!
Warum brennen manche Sonnencremes in den Augen?
Das liegt meist an den chemischen Filtern oder enthaltenen Duftstoffen und Alkoholen. Für den Sport gibt es spezielle „Augen-milde“ Formeln oder Stick-Präparate. Alternativ kannst du für die Augenpartie mineralische Sonnencremes nutzen, da diese physikalisch wirken und seltener Irritationen auslösen.














